Lernen durch Beobachtung und Vorstellung

Referat zum Thema: Lernen durch Beobachtung und Vorstellung
von Sabrina Herrmann

Als Erzieherin begegnet uns Modelllernen fast jeden Tag, zum Beispiel spielen viele Kinder Situationen aus dem Fernsehen nach oder wie viele Jungs wollen Bad Man oder Superman sein. Auch sehr viele Mädchen können auf ihr Vorbild die schöne, blonde, schlanke Barbie Puppe nicht verzichten. So hat jeder ein Vorbild und versucht genauso zu sein wie dieses.

Die kognitive Theorie beschäftigt sich mit der Vorstellung und Beobachtung (Modelllernen), d .h. man übernimmt Verhaltensweisen, die man bei anderen beobachtet hat. Es gibt zwei verschiedene Modelle des Nachahmens:
– reales Modell: Freunde, Eltern
– fiktives Modell: Personen aus Filmen, Stars etc.

Das Modelllernen ist ein komplexes Geschehen. Im Lernprozess sind mehrere zeitlich aufeinander folgende Verhaltensschritte beteiligt, so das der Lernvorgang mehrere Phasen umfasst. Es treten Folgende Teilprozesse auf:
– Aufmerksamkeitsprozesse
– Merkmale der Modell – Stimuli
– Deutlichkeit
– Emotionale Bedürfnisse
– affektive Wertigkeit
– Komplexität
– Häufigkeit des Auftretens
– funktionaler Wert
– Beobachtermerkmale
– sensorische Fähigkeiten
– Erregungsniveau
– Wahrnehmungshaltung
– frühere Verstärkung
– Prozesse des Behaltens
– symbolische Kodierung
– kognitive Organisation
– symbolisches Nachvollziehen
– Prozesse der motorischen Reproduktion
– physische Fähigkeiten
– Beherrschung der Teilreaktionen
– Selbstbeobachtung bei Reproduktion
– Feedback über die Genauigkeit
– Motivationsprozesse
– äußere Verstärkung
– stellvertretende Verstärkung
– Selbstverstärkung

Beim Modelllernen gibt es verschiedene Anwendungsmöglichkeiten
– unspezifischer Einsatz (Vorbildfunktion)
– Das Vormachen + MT (Mentales Training)
– KM = kognitives Modellieren
– SIT = Selbstinstruktionstraining (Anweisung)
– Der innere Dialog (Verhaltenssteuernde Wirkung der Sprache)
– Selbstregulation (Eigensteuerung)

Als erste Anwendungsmöglichkeit gibt es den „unspezifischen Einsatz (Vorbildfunktion)”

Für uns sind Vorbilder ideale, die von der Gesellschaft geschaffen werden und beeinflussen uns positiv oder auch negativ, z. B. Schlank sein (R) Ess-/Brech–Sucht. Das, was wir beobachten und gut/schön finden, empfinden wir als Vorbild.

Eine weitere Möglichkeit ist „Das Vormachen + MT”.

Meist ist das Vormachen eine motorische Tätigkeit und MT ist geistiges Training die miteinander verbunden werden. Oft hängt MT damit zusammen, dass man etwas beobachtet, im Kopf übernimmt und das ganze im Kopf geistig durchgeht. Und dies dann selbst ausprobiert.

Mit kognitiven Verhaltensweisen (MT) kann man Ängste hemmen. Des weiteren gibt es auch das „Kognitive Modellieren”.

Die Ziele sind:
– Bewältigungsfertigkeiten erlernen um Problemverhalten zu vermeiden
– Einübung und Verfestigung des entsprechend erwünschten Verhaltens
– um andere Personen als Vorbild zu nehmen und das Beobachtete besser selbst ausführen zu können

Wichtige Merkmale dafür sind, dass man während des Handelns das laut Ausspricht, was man denkt, damit der Nachahmer alles nachvollziehen kann und begreift. Beispiel: Man backt den Kindern einen Kuchen. Wenn man Mehl in die Schlüssel gibt, sagt man “nun gibt man 300 g Mehl hinzu”, etc.

Zum kognitiven Modellieren gibt es sechs Schritte:

An einem Beispiel : Plätzchen backen
1.Schritt: Problemdefinition
Wie bekomme ich schöne Plätzchen?

2. Schritt: Annäherung an das Problem
gedankliches Ausdenken: bisschen mehr Mehl hinzugeben, damit der Teig besser wird

3. Schritt: Affektives Bewältigungsverhalten
Unsicherheitsabbau: wenn ich das gründlich mache, schaffe ich es auch

4. Schritt: Inhaltsspezifische Lösungsschritte
Strategie aufbauen und Anleitung von dem, was ich gerade tue

5. Schritt: Prüfungsprozesse
Ich schaue, ob das Plätzchen in Ordnung ist

6. Schritt: Kompetenzzuschreibung
sich selbst verstärken

Zudem gibt es das Selbstkonstruktionstraining (SIT), d. h. sich selbst Anweisung zu geben. Hier gibt es eine bestimmte Vorgehensweise des SIT:

1. kognitives Modell
Trainer als reales Modell der das erfolgreiche verhalten demonstriert

2. externe Verhaltenssteuerung
Kind handelt und folgt dem Trainer

3. offene Selbstverbalisierung
Kind lenkt das Verhalten durch eigene Selbstanweisung

4. ausgeblendete Selbstinstruierung
Kind lenkt sein Verhalten durch flüsternde Selbstanweisung

5. verdeckte Selbstinstruierung
Kind denkt sich nur noch die Anweisung

Das Ziel ist, dass das Kind lernen wird, sich selbst auf unseren Weg der Problemlösung durch Anweisung zu begleiten.

Ein weiterer Punkt ist “der innere Dialog”, d. h., das ist eine verhaltensteuernde Wirkung der Sprache, z. B. Selbstgespräche führen.

Nicht zuletzt gibt es noch die Selbstregulation, für die es folgende Voraussetzungen gibt:
– Fähigkeit zur Selbstbeobachtung sein eigenes Verhalten beobachten und zu analysieren
– Fähigkeit zur Entwicklung und Umsetzung von Handlungsalternativen Vorstellung entwickeln um sich anders Verhalten zu können
– Kompetenzzuschreibung sich selbst zu Verstärken

Zur Selbstregulation gibt es eine bestimmte Vorgehensweise nach dem Prinzip der Verhaltensanalyse:

Wenn Vorteile sich daraus ergeben, ist dies mit Erfolg!

Selbstwirksamkeit heißt, in der Lage zu sein sich selbst zu steuern und nicht mehr Fremdgesteuert werden.

verfasst und eingesandt von Sabrina Herrmann

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