Kriterien für Entwicklungsberichte

Da wir selber mit vielen sogenannten Problemkindern arbeite, müsswn wir des öfteren auch Entwicklungsberichte über sie anfertigen. Diese werden für diverse Gespräche (zum Beispiel mit dem Jugendamt) benötigt. Anfangs taten wir uns sehr schwer damit und suchte Rat und Hilfen bei Kolleginnen. Mit der Zeit kommt die Routine; doch bis es soweit war, hatten wir die verschiedensten Punkte/Kategorien übersichtlich zusammengestellt. Wir hoffen, dass diese Übersicht auch euch hilfreich zu gute kommt.

Sprache  
– Sprachfreudigkeit: sehr, teilweise, nicht sprachfreudig,
– Sprachhemmung: sehr, teilweise, nicht sprachgehemmt
– Wortschatz: alle Begriffe vorhanden, teilweise nicht vorhanden, keine Begriffe
– Satzbau: Satzbau in Ordnung, teilweise verdrehter, unvollständiger Satzbau, kein Satzbau
– Sprachstörungen: Sprachstörungen vorhanden (Stottern, Nasalieren, Sigmatismus, Stammeln), teilweise Sprachstörungen, keine

Wahrnehmung  
– Sinneszusammenhänge erkennen: (z. B. anhand einer Bildgeschichte) Sinnzusammenhänge erkannt, zwei Bilder vertauscht, nicht geschafft
– Farben benennen: alle Farben werden spontan richtig benannt, die Farben werden nach einigem überlegen richtig benannt, teilweise richtig erkannt und benannt, keine Farben erkannt und benannt
– Formen benennen: alle Formen werden spontan richtig erkannt, werden nach einigem Überlegen richtig benannt, teilweise richtig, keine Form erkannt
– Mengenerfassung (unstrukturiert/strukturiert): Menge wird spontan erfasst, wird nach abzählen oder längerem Überlegen richtig benannt, wird teilweise richtig erkannt, wird nicht erfasst
– Werden Gegensätze, wie groß und klein, richtig erkannt?

Lebenspraktisches Verhalten  
– Selbständiges Anziehen: Kind zieht sich selbst, teilweise selbst, nicht selbst an
– Selbständiges Ausziehen: Kind zieht sich selbst, teilweise selbst, nicht selbst aus
– Essmanieren: isst manierlich, schmiert teilweise herum, isst völlig unmanierlich
– Esstempo: isst im normalen Tempo, isst sehr schnell, trödelt zeitweise, isst sehr langsam
– Körperpflege: achtet auf seine Körperpflege, achtet teilweise darauf, ist dem Kind gleichgültig (Nase putzen, Mund/Hände waschen)
– Gang zur Toilette: ganz selbständig, benötigt teilweise Hilfe, völlig unselbständig
– Weiß das Kind seine Adresse? Kann es in Notsituationen Angaben zu seiner Person machen?

Spielverhalten  
– Kann es selbständig spielen oder bedarf es der Anleitung?
– Kann es sich unterordnen?
– Kann es sich auf ein Spiel konzentrieren?
– Spielt es intensiv?
– Ist es überwiegend Mitspieler (untergeordnet)?
– Nimmt es vorwiegend Anführerposition ein?
– Bevorzugt es das Einzelspiel?
– Bevorzugt es Gruppen- oder Partnerspiele?
– Zeigt es eigene Spielideen? In welchen Bereichen?
– Orientiert es sich bei den Spielen anderer Kinder?
– Äußert es eigene Spielwünsche?
– Greift es in das Spiel anderer ein? Helfend? Störend?
– Lässt es sich aus Spielsituationen verdrängen? Wendet es sich sofort neuem Spiel zu?
– Sucht es Spielpartner selbst auch? Oder wird es ausgesucht?

Sozialverhalten  
– Haben die anderen Kinder Kontakt zu diesem Kind?
– Wie reagiert es auf den Kontakt der anderen Kinder?
– Zeigt das Kind Hilfsbereitschaft? Wem gegenüber?
– Nimmt das Kind Rücksicht auf andere Kinder oder möchte es nur seine Interessen vertreten?
– Sucht das Kind aktiv Kontakt?
– Wie sucht das Kind Kontakt? Motorisch? Verbal?
– Zu welchen Kindern sucht es Kontakt?
– Sucht es Kontakt zum Einzelkind oder zur Gruppe?
– Droht es anderen Kindern?
– Fasst (berührt) es andere Kinder an?
– Fordert es andere auf, etwas zu tun?
– Geht es auf Aufforderungen anderer Kinder ein?
– Gibt es etwas von “seinem Besitz” ab?
– Greift es andere tätlich an?
– Greift es helfend oder störend in das Spiel anderer ein?
– Hilft es andere beim An- und Ausziehen?
– Hilft es andere beim Aufräumen nicht selbst benutzter Dinge?
– Lächelt es andere an?
– Nimmt es andere in Spielsituationen auf?
– Nimmt es andere verbal / motorisch in Schutz?
– Nimmt es anderen etwas weg?
– Räumt es eigenes Spielzeug weg?
– Weint, wenn es sich nicht zu helfen weiß?
– Wie verhält es sich im Streit? Bittet Erzieher um Hilfe? Greift verbal / motorisch an? Zieht sich stumm aus Streit zurück?
– Wie verteidigt es eigenen Besitz? Verbal, motorisch, bittet Erzieher um Hilfe?
– Wie reagiert es auf Zerstörung seines Werkes?

Gegenüber dem Erzieher:
– Nimmt das Kind aktiv Kontakt zum Erzieher auf oder ist sein Verhalten eher reaktiv (nur nach Ansprache durch den Erzieher)?
– Wie nimmt das Kind Kontakt zum Erzieher auf? Verbal? Motorisch? Indirekt?
– Wann (in welchen Situationen) nimmt es Kontakt auf?
– Wie reagiert das Kind auf Bitten, Anordnungen, Anforderungen des Erziehers?

Motorik  
Grobmotorik zum Beispiel
– Ballwerfen
– Ballfangen
– Hüpfen mit geschlossenen Füßen
– Hüpfen auf einem Bein
– Balancieren

Feinmotorik – zum Beispiel:
– Ausschneiden
– Ausmalen (bunte Schlange, verschiedene geometrische Formen)
– Schleifenbinden
– Knöpfen
– Umgang mit Essbesteck
– Falten
– Bauen

Selbstvertrauen  
– Geht es von sich aus auf andere Menschen zu?
– Wagt es sich an neue, unbekannte Spiele oder Materialien heran, die es nicht kennt?
– Scheut es sich, einen Auftrag in der Nachbargruppe zu erledigen?
– Vertritt es seine eigene Meinung?
– Kann es Kritik ertragen?
– Zeigt es in der Gruppe Gefühle, wie Freude oder Schmerz?
– Kann es Hilfestellungen geben oder annehmen?

Hier geht es zu den Anlaufstellen für Entwicklungsverzögerungen
[advanced_iframe securitykey=”abb27bd32d5b8fd0d418248ae31924494319b0aa” src=”http://rcm-eu.amazon-adsystem.com/e/cm?t=kindergartenw-21&o=3&p=16&l=st1&mode=books-de&search=Entwicklungsverzögerungen&fc1=000000&lt1=_blank&lc1=3366FF&bg1=FFFFFF&f=ifr” id=”iframe1″ name=”iframe1″ width=”468″ height=”336″ ]

Kommentare sind deaktiviert